Berühmte Absolventen der Höheren Schulen Merseburgs

Im Laufe der Stadtgeschichte existierten in Merseburg drei bedeutende höhere Bildungsanstalten, das alte und traditionsreiche Domgymnasium auf dem Schloßberg in unmittelbarer Nähe von Dom und Schloß, das aus der Höheren Mädchenschule hervorgegangene Lyzeum in der Albrecht-Dürer-Straße sowie das nur rund 14 Jahre bestehende und im Dezember 1944 zerstörte Reform-Realgymnasium in der Sedanstraße, der heutigen Abbestraße.
Aus der Vielzahl der Absolventen, die diese drei Bildungseinrichtungen erfolgreich durchliefen, ragen dennoch einige durch besondere Leistungen in ihrem späteren beruflichen Werdegang hervor.
Der Verein ehemaliger Domschüler und Freundeskreis Domgymnasium Merseburg e.V. legt hiermit seine mit Sicherheit unvollständige, jedoch durchaus verbesserungs- und erweiterungsfähige Aufstellung bekannter Schüler der höheren Schulen Merseburgs vor. Die dabei gewählte Reihenfolge ist weitgehend subjektiv und stellt keine Wertung des Lebenswerks
der genannten Personen dar:


Siegfried Berger - Journalist und Schriftsteller

Siegfried Berger verlebte eine unbeschwerte und behütete Kindheit und Jugend in Merseburg. Wie sehr ihn seine Schulzeit und besonders die Jahre am Domgymnasium prägten, hat er in dem Erinnerungsbuch „Wie ich meine Jugend sehe“ eindrucksvoll erzählt. Die Erfahrungen mit ganz unterschiedlichen Lehrerpersönlichkeiten und einem starren Schulsystem schildert er aber vor allem in dem Roman „das Probejahr“ aus dem Jahr 1924, das seinen Erfolg als Schriftsteller begründete.

 

Nach dem Abitur studierte Siegfried Berger in Tübingen, Berlin und Halle und kehrte nach seiner Dissertation nach Merseburg zurück. Leider gelang es ihm nicht, wie erwünscht, ein Lehramt an einer höheren Schule zu erhalten, so dass er den Lebensunterhalt für sich und seine inzwischen gegründete Familie unter anderem als Redakteur des „Merseburger Korrespondent“ verdiente.

 

Während dieser Tätigkeit konnte er den Schriftsteller Walter Bauer fördern und unterstützen, dessen Dichtung „Stimme aus dem Leunawerk“ die Region um Merseburg in der literarischen Welt international bekannt machte.

 

Aber auch Berger selbst arbeitete unermüdlich schriftstellerisch. Mehr als 20 Werke, z.B. Romane, Erzählungen  Dramen und kulturgeschichtliche Publikationen, erschienen bis 1945 in dem Merseburger Verlag Friedrich Stollberg. Hervorhebenswert ist der Erzählband „Die tapferen Füße“ aus dem Jahr 1933, in dem er seine Erfahrungen als Sanitäter im Ersten Weltkrieg verarbeitet. Die eindringlichen und authentischen Darstellungen sind  auch heute noch lesenswerte und beeindruckende Antikriegsliteratur. Nach dem Zweiten Weltkrieg im Mai 1945 stellte sich Berger der neu gegründeten Provinzialverwaltung zur Verfügung und arbeitet ab Juli 1945 als Bezirkspräsident in Merseburg. In dieser Funktion stellte er alle ihm verbliebene Kraft in den Dienst der Schaffung demokratischer Strukturen und einen Neubeginn nach dem verheerenden Krieg. Leider blieb ihm nur noch ein knappes Jahr Zeit an der Verwirklichung seiner Träume und Pläne zu arbeiten und für die geliebte Tätigkeit des Schreibens blieb ihm gar kein Raum.

 


Riachard Christ - Publizist und Schriftsteller

In einem Artikel für die Weltbühne vom 2.10.1984 berichtet Richard Christ von einer "Reise in die Jugend".

Download
Reise in die Jugend
Christ_Reise in die Jugend.pdf
Adobe Acrobat Dokument 305.3 KB